Sonntag, 30. Juni 2013

Noch keine Erkenntnisse über die Identität des toten Mannes aus der Saale - Untersucht wird, ob es sich um den seit drei Wochen vermissten Studenten handelt

 

(lsn / polizei) - Wie bereits berichtet, hat die Feuerwehr am Freitagabend aus der Saale im Saale-Holzland-Kreis eine männliche Leiche geborgen. Ein Bürger hatte zuvor den Hinweis gegeben, dass er am Wehr in Porstendorf eine leblose Person im Wasser entdeckt habe. Die Identität des Mannes sei wegen des Zustandes der Leiche nicht endeutig zu klären, sagte die Polizei gestern, weshalb ein DNA-Abgleich notwendig sei. Mit Ergebnissen werde erst im Laufe der kommenden Woche gerechnet.

Die derzeit einzige offiziell vermisste Person im Bereich der Lichtstadt ist der seit dem 9. Juni 2013 verschwundene 22-jährige Student Chris Siewert. Er befand sich seinerzeit auf dem Weg von Jena-Stadtmitte nach Zöllnitz und war mit seinem Rennrad unterwegs, das später am Paradiesbahnhof gefunden worden war. Der Ort Porstendorf liegt nur wenige Kilometer nördlich der Stadt Jena; zur Zeit des Verschwindens von Siewert bestand in der Saale noch erhebliches Hochwasser.

"2020 ist Jena schuldenfrei!": Der Schuldenstand der Lichtstadt war auch im letzten halben Jahr weiter im Sinkflug


(lsn) - Auch im vergangenen halben Jahr prosperierte die Lichtstadt und wie alle sechs Monate schauen die "Lichtstadt.News" daher auf den Schuldenstand der Stadt Jena. Dieser fällt weiter dramatisch und in etwa sieben Jahren soll die Lichtstadt sogar gänzlich schuldenfrei sein.

So war es das Ansinnen der Stadtoberen, als diese vor Jahren das "Jenaer Entschuldungskonzept 2024" auf den Weg brachten. Hierin hieß es: "Die Stadt Jena entschuldet sich bis zum 31.12.2024 vollständig." Grundlage für diese Zukunftsplanung war eine Kooperation mit den Technischen Werken Jenas. Weiter hieß es im seinerzeitigen Stadtratsbeschluss: "Der thesaurierte Gewinn (Anm.: der Technischen Werke) des Jahres 2008 in Höhe von 3.607.075,64 € wird am 31.12.2009 aus der Anderen Gewinnrücklage entnommen und zur Entschuldung der Stadt ausgeschüttet. (...) Aus dem erwarteten Jahresüberschuss des Jahres 2009 wird vorbehaltlich des tatsächlichen Jahresergebnisses zum 31.12.2009 in Höhe von 1,5 Mio. € vorab an die Stadt zur Entschuldung ausgeschüttet."

Wie der oben zu sehenden aktuellen Grafik zu entnehmen ist, brachte diese Entscheidung dem Schuldenberg der Stadt Jena im Jahre 2009 einen wertvollen "Knick" nach unten ein und führt in der Prognose dazu, dass im Laufe des Jahres 2020 tatsächlich die komplette Entschuldung der Stadt Jena erreicht werden kann.

Und auch für sog. "schwere Zeiten", die auf die Lichtstadt zukünftig zukommen könnten, hat man in Jena Vorsorge geschaffen und sich das Zeitfenster von vorn herein bis 2024 offen gelassen.Wenn man daher heute die "Schuldenuhr der Stadt Jena" abfragt, dann sinkt dort die Gesamtverschuldung der Stadt minütlich um etwa 16 Euro und liegt mit derzeit knapp unter 57 Millionen Euro genau im Plan (siehe Abbild vom 30.06.2013).

Samstag, 29. Juni 2013

"Toter Mann aus der Saale gefischt!": Gestern Abend bargen Feuerwehrkräfte eine Wasserleiche am Wehr bei Porstendorf - Die Ermittlungen zu den Todesumständen dauern an!

 

(lsn / polizei / otz) - Wie die Landespolizeiinspektion Jena am frühen Morgen bekannt gab, hat die Feuerwehr am Freitagabend eine männliche Leiche aus der Saale in Porstendorf im Saale-Holzland-Kreis geborgen.

Ein Bürger hatte gestern am späten Nachmittag den Hinweis gegeben, dass er am Wehr in Porstendorf eine leblose Person im Wasser entdeckt habe. Gegen 18 Uhr 50 bargen die Einsatzkräfte dann dort die tote männliche Person. Die Identität des Mannes sei noch nicht zweifelsfrei geklärt, teilte inzwischen ein Polizeisprecher der OTZ auf Nachfrage mit. Wie es heißt, sei wegen des Zustandes der Leiche ein DNA-Abgleich notwendig sei. Mit Ergebnissen werde erst im Laufe der kommenden Woche gerechnet.

Die Leiche sei für Untersuchungen sichergestellt worden, teilte die Kriminalpolizei Jena mit, die inzwischen die Ermittlungen aufgenommen hat. Der Ort Porstendorf liegt nur wenige Kilometer nördlich der Stadt Jena; ob die Leiche in der Saale etwas mit dem Saale-Hochwasser zu tun hat, welches vor einem Monat die Lichtstadt heimsuchte, ist noch nicht bekannt.
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Bericht erstellt für "Lichtstadt.News" auf einem iPad

"Ehrung am Schillertag": Die Friedrich-Schiller-Universität Jena überreichte gestern zahlreiche Preise - Der Habilitationspreis ging an Prof. Dr. Stephan Heblich


(lsn / fsu) - Der wissenschaftliche Nachwuchs stand traditionsgemäß beim Schillertag der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Mittelpunkt. Daher sind am gestrigen 28. Juni 2013 bei der fakultätsübergreifenden Promotionsfeier erneut die zehn besten Doktorandinnen und Doktoranden sowie ein Habilitand der Universität und die beste wirtschaftswissenschaftliche Dissertation des letzten Jahres mit Preisen ausgezeichnet worden. Zuvor wurde bereits der Rektor-Kunstpreis überreicht.

Der mit 5.000 Euro dotierte Habilitationspreis, den die FSU und ihre Freundesgesellschaft finanzieren, wurde an Prof. Stephan Heblich (Foto rechts) verliehen. Der Wirtschaftswissenschaftler hat sich mit einer Arbeit über "Entrepreneurship, Human Capital and Innovation across Regions" habilitiert. Die Arbeit überzeugte nicht nur den Jenaer Forschungsausschuss, der über die Prämierung zu entscheiden hatte, sondern auch die University of Stirling in Schottland, wo Dr. Heblich inzwischen als Reader in Economics (Associate Professor) arbeitet. Außerdem ist erneut der Dissertationspreis des Alumni Jenenses e. V. an einen Absolventen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät vergeben worden. Den mit 750 Euro dotierten Preis des Alumni-Vereins erhielt der Volkswirt Dr. Simon Wiederhold. Er wurde im vergangenen Jahr mit "summa cum laude" zum Thema "The Role of Public Procurement in Innovation: Theory and Empirical Evidence" promoviert.

Ebenfalls überreicht wurden am gestrigen Freitag die Promotionspreise, die von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität gestiftet werden und mit jeweils 750 Euro dotiert sind. 2013 heißen die Preisträger: Dr. Michael Beyer (Theologische Fakultät), Dr. Daniel Illhardt (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Dr. Alena Otto (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), Dr. Michael Steinmetz (Philosophische Fakultät), Dr. Jan Fendler (Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften), Dr. Antje Maria Moffat (Fakultät für Mathematik und Informatik), Dr. Daniel Heinert (Physikalisch-Astronomische Fakultät), Dr. Christine Weber (Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät), Dr. Benjamin Wipfler (Biologisch-Pharmazeutische Fakultät) und Dr. Alexander Schulz (Medizinische Fakultät). Der Deutsch-Didaktiker Dr. Michael Steinmetz präsentierte in einer kurzen Rede zum Thema "Der überforderte Abiturient im Fach Deutsch" seine ausgezeichneten "Überlegungen zu einer der meistgehassten Textformen des Deutschunterrichts".

Freitag, 28. Juni 2013

"Mitglieder des Deutschen Verbandes der Wirtschaftsförderer spendeten für Behindertenwerkstatt": Das Saale Betreuungswerk Jena will den Scheck für Hochwasserschäden verwenden


(lsn / jenawirtschaft) - Das Saale Betreuungswerk Lebenshilfe Jena und die dazugehörige Werkstatt für Menschen mit Behinderung am Flutgraben in Jena-Zwätzen haben schwere Flutschäden durch das Hochwasser vor vier Wochen davongetragen.

Die Solidarität mit der Einrichtung sei jedoch sehr groß, berichtet Grit Kersten, die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft, nun und gab Beispiele. So entschlossen sich unter anderem die Mitglieder des Deutschen Verbandes der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften / DVWE e.V., die am 16. und 17. Juni 2013 in Jena tagten, zu einer spontanen privaten Sammelaktion. Wilfried Röpke, Geschäftsführer der Jenaer Wirtschaftsförderung, überreichte den Scheck über den Betrag von 500 Euro anschließend an Grit Kersten.

"Im 'Schleichersee' darf wieder gebadet werden!": Die Jenaer Bäder- und Freizeitgesellschaft öffnet das Naturbad heute ab 10 Uhr für alle Badewilligen


(lsn / rana) - Für alle Bade-Willigen gibt es endlich gute Nachrichten: Die Ergebnisse des Gesundheitsamtes liegen vor und die Wasserqualität des vom Hochwasser geschädigten Jenaer Südbades im "Schleichersee" ist sehr gut. Das Baden in dem Naturbad in der Oberaue birgt damit kein gesundheitliches Risiko.

Ab heute 10 Uhr kann deshalb die Jenaer Bäder- und Freizeitgesellschaft das Naturbad wieder für seine Gäste öffnen. "Bis dahin laufen unsere Aufräumarbeiten weiter mit Hochdruck", erklärte Wolfgang Weiß, der Geschäftsführer der Jenaer Bädergesellschaft, gestern. Durch aufwendige Maßnahmen, systematisches Abpumpen des Sees, Auffüllen des Strandes mit 500 Tonnen frischem Sand und nicht zuletzt durch viele fleißige Helfer habe man so noch in dieser Woche den Badefreunden ein vorzeigbares Freibad präsentieren können, sagte Weiß.

Donnerstag, 27. Juni 2013

"Kulturarena-News": Die Konzerte am 19.07. und am 31.07.2013 sind ausverkauft - FCC-Film wird am 19. August gezeigt!


(lsn / jenakultur) - Neuigkeiten gibt es von der Kulturarena Jena 2013, die in wenigen Tagen mit dem Theaterspektakel beginnen wird. Nun sind neben Jan Josef Liefers Auftritt gleich zwei weitere Konzerte ausverkauft und zwar Max Herre + Band und der Buena Vista Social Club. Alle Karten für den Auftritt des deutschen HipHopers am 19. Juli sowie für das kubanische Konzert mit dem Orquesta Buena Vista Social Club am 31. Juli sind damit bereits im Vorverkauf an den Mann bzw. die Frau gebracht worden. Für diese Abende wird es somit keine Restkarten an der Abendkasse geben.

Gute Nachrichten gibt es für alle FCC-Fans: Am 19. August 2013 präsentiert die Filmarena zum Vereinsjubiläum des FC Carl Zeiss Jena "das Spiel der Spiele" aus dem Jahr 1980 und zwar "FC Carl Zeiss Jena gegen den AS Rom". Als besonderes Schmankerl gibt es diesmal noch die Spielzusammenfassung des gewonnenen Pokalspiels gegen Erfurt, wodurch sich der FCC damals für den Europacup qualifizierte.

Eine sachliche, neutrale Ankündigung dieses Ereignisses ist in der Lichtstadt...nicht möglich. Also sagen wir: Willkommen in der Ewigkeit, denn es ist ohne jeglichen Zweifel DAS Spiel des FCC. Christoph Dieckmann beschrieb die Situation kurz vorm Spiel einmal so: "Das altehrwürdige Ernst-Abbe-Sportfeld ist natürlich ausverkauft, die Fankurve steht bereit, insbesondere der Fanclub The Eagles. Das Flutlicht gleißt, die Holztribüne ächzt vor Spannung, die Kernberge blicken dramatisch ins Saaletal hernieder. Ein lavaartiges Brodeln erhitzt die idyllische Arena." 


Die darauf folgenden 90 Minuten waren, sind und werden immer ein Feuerwerk mit Herz und Verstand sein. Euphorisiert tanzten die Beseelten nach Hause und erzählten den Verwandten, Freunden und noch ungeborenen Kindern und Kindeskindern vom größten Moment des Jenaer Fußballs. Jeder ABC-Schütze in Jena kennt die Begegnung und glaubt mittlerweile daran, selbst das Spiel an diesem denkwürdigen 1. Oktober des Jahres 1980 live miterlebt zu haben. Und wenn es nur im Bauch der Fahnen schwenkenden Fußball-Mama war.

Hieraus resultiert auch die in der Lichtstadt am häufigsten vorkommende Lüge: "AS Rom? - Ich war dabei!". Alle Lügner können sich nun am 19. August 2013 reinwaschen und sich das SPiel "en detail" ansehen: Der FC Carl Zeiss Jena spielt im Rahmen der Filmarena noch einmal gegen den AS Rom und as auch noch mit dem Originalkommentar des DDR-Fernsehens. 

"Anstoß" ist am 19. August um 21 uhr 30 in der Filmarena in Jena. Für alle, die dabei sein wollen, gibt es dazu noch die Platzordnung auf dem Theatervorplatz. Konkret heißt das: 2.500 Besucher werden erwartet, mancher will das Spiel mit anderen erleben und feiern, mancher möchte es konzentrierter schauen. Danach wird - für die Filmarena etwas ungewöhnlich - auch die Sitzplatz-Situation ausgerichtet sein. Die Sitzplätze werden auf der Arena-Tribüne zu finden sein, im Innenraum gibt es Stehplätze. Dieser Hinweis ist wichtig für alle geübten Filmarena-Gäste, die an diesem Abend bitte frühzeitig erscheinen müssen, um auch wirklich ihren gewohnten Sitzplatz zu finden.

"HIER ONLINE BEANTRAGEN!!": Auch weiterhin kann in Jena Soforthilfe für Flutopfer beantragt werden - Es werden max. 2.000,- € je Antrag bereit gestellt!


(lsn / rana) - Auch weiterhin kann in Jena Soforthilfe für Flutopfer beantragt werden. Entsprechende Anträge auf Soforthilfe für Menschen, die von dem Hochwasser geschädigt wurden, werden im Fachdienst Soziales bearbeitet.

Bereit gestellt werden für private Haushalte sowie für Kleinunternehmen maximal 2.000,- € je Antrag. Voraussetzung ist, dass Wohnungen oder Gewerbebetriebe betroffen sind und die Antragsteller bedürftig sind. Ein-Personen-Haushalte dürfen maximal über ein Netto-Einkommen von 24.000,- € im Jahr, Zwei-Personen-Haushalte über ein Netto-Einkommen von maximal 36.000,- € verfügen. Für jedes weitere Haushaltsmitglied erhöht sich die Grenze um 6.000,- €. Kleinunternehmen erhalten die Soforthilfe, wenn der Gewinn nach Steuern 36.000 € nicht übersteigt.

Die Anträge müssen allerdings umgehend gestellt werden und bis zum nächsten Montag, den 1. Juli 2013 vorliegen. Hierzu kann man auch HIER und DORT online den entsprechenden Antrag downloaden, ihn anschließend sorgfältig ausfüllen und dann unterschrieben per Post senden an:

Stadt Jena, Fachdienst Soziales, Lutherplatz 3, 07743 Jena.

Mittwoch, 26. Juni 2013

"NSU" - Der Prozess # 17: Der 16. Prozesstag - Weitere Zeugen geben Auskunft zu den Wohnverhältnissen - Verteidiger versuchen ohne Erfolg Richter Götzl vorzuführen



(tim schwarz) - Am 16.  Prozesstag hatten weitete Zeugen auszusagen über die Wohnverhältnissen in Zwickau.Volker E. wird als erster Zeuge gehört; es ist der letzte Hausverwalter der "Frühlingsstraße 26", eingesetzt und beauftragt, nachdem der Besitzer des Hauses gewechselt hatte.

Anfang September 2011 traf er sich zum ersten Mal mit einem Mann, der sich als der Mieter "Herr Dienelt" ausgab und eine Bodenabsenkung in der Küche gemeldet hatte. Volker E.: "Es war nichts Dramatisches. Vielleicht wollte er mich auch einfach nur kennenlernen.“ Vom alten Hausverwalter hatte E. lediglich eine Handynummer und den Mietvertrag bekommen, allerdings, so betonte er, ohne Ausweiskopie. Es war jedoch auf keinen Fall der echte Matthias Dienelt. "Durch Fotos, die mir die Polizei später vorlegte, war das klar", sagte er. Wahrscheinlich war es Uwe Böhnhardt, denn auf Nachfrage des Richters gibt  E. eine kurze Personenbeschreibung des Mannes in der Wohnung ab: "Er war größer als ich, etwa 1,85 Meter groß. Er hatte eine sportliche Figur, Alter unter 40, vielleicht Mitte 30. Er hatte kurz geschnittene oder abrasierte Haare. Aber auf Fotos würde ich ihn nicht wieder erkennen."

Für Oktober und November 2011 überwies wohl Beate Zschäpe die Miete für die gemeinsame Wohnung: Vier Zimmer, knapp 120 Quadratmeter, Einbauküche. "Am 28. September kam eine Überweisung von einer Lisa Dienelt und dann am 25. Oktober 2011 von einer Lisa Pohl 740,50 Euro kalt plus 240 Euro Betriebskosten. Die waren überpünktlich", sagte der Zeuge aus.

Bei einem zweiten Treffen begrüßte ihn nicht "Herr Dienelt" sondern Beate Zschäpe, die ihm zuvor als Bekannte angekündigt worden war. Auf die Frage nach dem Verhalten Zschäpes bei diesem Treffen antwortet der Zeuge: "Das war ganz normal, es sind nicht viele Worte gewechselt worden. Sie war aus unserer Sicht einfach eine Bekannte des Mieters, die in der Nähe wohnt und gerade Zeit hat, weil der Mieter nicht da ist." Und der Grund für den Hausbesuch? "Gegenüber einem anderen Mitglied der Hausverwaltung hat sich wohl der Mieter aufgeregt, dass die Bäume rundherum beschnitten wurden. Da könne ihnen ja nun jeder in die Wohnung schauen", sagte E. aus.


Dies deckt sich mit Aussagen von früheren Zeugen, die erklärt hatten, Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hätten besonderen Aufwand betrieben, sich abzusichern und insgesamt vier Kameras an verschiedenen Stellen der Wohnung installiert Außerdem waren die Türen der beiden Kellerräume mit Funkkontaktmeldern versehen gewesen. Hierzu erwähnte der Zeuge die Handwerker, die vor dem Brand im Haus gearbeitet hatten.

Volker E. führte aus, dass die Fahrzeuge der Handwerker auf dem Grundstück geparkt hatten. denn es ging um knarrende Stufen im Treppenhaus als auch die schwere Kellertür, die Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe eingebaut hatten. Ein Handwerker habe bereits alle Vorkehrungen getroffen, die Tür zu öffnen als Beate Zschäpe hinzu gekommen wäre, die sich fürchterlich darüber aufgeregt habe und dagegen war, die Tür zu öffnen. Danach wurde Heiko P. in den Zeugenstand gerufen.

"Nudelgerichte sind weiterhin der Renner": Ergebnisse der Mensaumfrage des Studentenwerks Thüringen liegen vor!


(lsn / swth) - Die Thüringer Studierenden und Hochschulmitarbeiter sind im Allgemeinen mit den Angeboten und dem Service der Mensen und Cafeterien des Studentenwerks Thüringen sehr zufrieden. Das ergab eine im Januar und Februar 2013 an allen Hochschulen in Thüringen durchgeführte Umfrage.

Insgesamt 11.500 Studierende und Hochschulmitarbeiter nahmen an der Umfrage teil. Das ist eine besonders hohe Quote und zeugt vom großen Interesse an Ernährungsfragen. Von den Teilnehmern der Umfrage waren 84 % Studenten, davon 53% weiblich und 47 % männlich. 84% der Studenten haben angegeben, allein, mit Partner oder in einer WG zu wohnen. Die Mensen werden meistens an 2 bis 3 Tagen genutzt, hauptsächlich für das Mittagessen.

Eine Nichtnutzung der Mensa wird oft mit dem Faktor Zeit begründet. Eine große Zahl von Befragten hat sich dafür ausgesprochen, auf gute Qualität zu achten und ggfs. auch dafür den entsprechenden Preis zu zahlen. Die aktuell günstigen Preise in den Mensen werden positiv bewertet. Gute Zufriedenheitswerte erhielten die Einrichtungen in der Kategorie Service. In der Kategorie Angebot liegen die Werte im mittleren bis guten Bereich.

Wichtig ist den Befragten ein ständiges Angebot an vegetarischen Speisen, vegane Gerichte sind für die Mehrheit nicht so sehr von Bedeutung. Wichtiger sind den Befragten dagegen "to go"-Angebote - es werden mehr Gerichte zum Mitnehmen gewünscht. Einig ist sich die Mehrheit der Befragten zum Lieblingsessen. Nudelgerichte sind seit vielen Jahren der Renner. Ansonsten wird die große Vielfalt im Angebot sehr begrüßt.

"Wir sind überrascht über die große Resonanz unserer Befragung und natürlich erfreut über die positiven Bewertungen", erklärte Jens Winkler, Abteilungsleiter Mensen und Cafeterien im Studentenwerk Thüringen. "Die Befragungsergebnisse sind unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großer Ansporn und Motivation, den Service und die Angebote noch gezielter zu verbessern", fügte Winkler hinzu.

Die Umfrage wurde im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke in Ostdeutschland durch die Hallenser Agentur CONOMIC durchgeführt. Im Vergleich zu den Befragungen der Studentenwerke in Sachsen und Sachsen-Anhalt war die Beteiligung in Thüringen außergewöhnlich hoch und die Zufriedenheitswerte bewegen sich ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau.

"NSU" - Der Prozess # 16: Der Prozesstag 15 - Zeugen werden vernommen und geben Auskunft zum Brand in der "Frühlingsstraße" in Zwickau vom 4. November 2011




(tim schwarz) - Der Prozesstag 15 brachte polizeiliche Erkenntnisse über den Brand in der "NSU"-Wohnung in der Zwickauer "Frühlingsstraße 26". Am gestrigen Dienstag wurden mehrere Polizisten gehört, die mit der Aufarbeitung der Brandkatastrophe vom 04.11.2011 betraut waren. Man merkte schnell: Es ging darum, die These zu widerlegen, die Hauptangeklagte Beate Zschäpe habe von den Aktivitäten, dem kriminellen bis tödlichen Treiben, ihrer beiden "Uwes" nicht zwangsläufig etwas wissen müssen, denn um sie verurteilen zu können, ist die Mitwisser- und Mittäterschaft von entscheidender Bedeutung.

Der erste Zeuge ist Polizeimeister und leitete den Spürhund-Einsätze in den Trümmern der Wohnung. Der Leichenspürhund habe nicht angeschlagen, dafür aber die Hunde, die dafür abgerichtet waren, Brandlegungsmittel zu erkennen und anzuzeigen. Anhand einer Skizze des Einsatzortes erklärt der Polizeibeamte die Fundstellen, die über die gesamte Wohnung verteilt sind. "Das sind alles Anzeigeverhalten durch unsere Diensthunde", sagt er un erklärt auf Nachfrage, was die Hunde erschnüffeln können: Benzin, Diesel, Kohleanzünder, Verdünner. Danach rief der Vorsitzende Richter Götzl den nächsten Zeugen auf.

Der Kriminalhauptmeister und Brandursachenermittler gab Auskunft zu den Ergebnissen der kriminaltechnischen Untersuchungen in den verkohlten Trümmern, war mit der gesamten Brandursachenermittlungen vom 4. bis zum 28.11.2011 betraut. Danach erfolgte die Übergabe an das Bundeskriminalamt - der Grund: nach und nach waren im Brandschutt Waffen aufgetaucht. "Am Samstag, dem 5. November, wurde die erste Waffe im Schlafzimmer gefunden. Am Sonntag dann kamen eine zweite und eine dritte Waffe in einem Flur zum Vorschein. Insgesamt waren es elf Waffen, dazu Munition“, sagte er aus.

Anhand verschiedener Skizzen der Wohnung erläuterte er anschließend, welche Gegenstände in den Räumlichkeiten gefunden wurden. Hierbei zeigte sich: die drei "NSU"-Mitglieder lebten eng miteinander. Einzig Uwe Mundlos hatte ein eigenes, separates Zimmer. Im größten Zimmer, dem "Sportraum", wahr wohl Zschäpes und Böhnhardts Intimbereich. Und es gab nur eine Küche mit Sitzbank und Esstisch, beide Badezimmer waren auf die gleiche Art und Weise mit einen Deko-Rettungsring auf dem Boden ausgestattet.

Zschäpes Problem Nummer 1: Ein Raum wurde als "Katzenzimmer" bezeichnet, weil dort mehrere Katzenbäume entdeckt wurden. Eine Unterteilung in abgeschlossene Bereiche wäre wohl nötig gewesen, hätte Zschäpe vom Treiben ihrer Gefährten nichts mitbekommen sollen. Um in "ihr" Katzenzimmer zu kommen musste Zschäpe aber jeweils die gesamte Wohnung durchqueren.


 

Besonderen Aufwand betrieben die Bewohner zu ihrer eigenen Absicherung, denn bei ihren Untersuchungen entdeckten die Ermittler mehrere Kameras, die in der Wohnung an verschiedenen Stellen installiert waren. Der Zeuge: "Kamera 1 war im Eingangsbereich, eingebaut in der Eingangstür. Sie war verkabelt. Die zweite Kamera, war am Küchenfenster, untergebracht in einem braunen Plastikblumentopf, sodass man die Kamera von außen nicht sieht. Die dritte Kamera war in Richtung "Frühlingsstraße" gerichtet, in einer braunen Schale verbaut. Kamera 4 befand sich im Bereich des "Katzenzimmers", ist aber komplett verbrannt. Ich gehe davon aus, dass sie in Richtung Eingangstür und Treppenhaus installiert war. Das schließe ich aus der Aufhängung.“ Außerdem: "Die Türen der beiden Kellerräume waren mit Funkkontaktmeldern versehen. Wenn also eine Tür geöffnet wird, wurde darüber per Funk informiert.“

Dienstag, 25. Juni 2013

"Ouvertüre mit 2.200 Besuchern!": Die "Spanischen Musiknächte" zum Auftakt der Kulturarena 2013 erhielten am vergangenen Wochenende größten Zuspruch


(lsn / jenakultur) - Es ist vollbracht: Die 23. Kulturarena Jena hatte an diesem Wochenende eine erfolgreiche Ouvertüre.

Nicht nur für den einen, sondern gleich für zwei Abende der "Spanischen Musiknacht" waren im Vorfeld keine Karten mehr erhältlich. Somit kamen auf beide Abende verteilt über 2.000 Klassik-Liebhaber ins Neubauviertel nach Neu-Lobeda, um sich von den Kastagnettenklängen, verschiedenen Tänzen oder auch Melodien der Oper "Carmen", gespielt von der Jenaer Philharmonie, auf den Sommer einstimmen zu lassen.

Anstelle der ursprünglich eingeplanten Sopranistin Melanie Hirsch wurden die Abende der ArenaOuvertüre von der Sopranistin Romelia Lichtenstein begleitet. Die Kammersängerin wurde in Sofia geboren und studierte bei Helga Forner an der Leipziger Musikhochschule Gesang. Seit 1995 ist Romelia Lichtenstein an der Oper Halle engagiert, wo sie seitdem ein vielfarbiges Spektrum von Frauen-Charakteren gestaltete. Auch in Jena jubelten ihr am Wochenende die Klassikfans zu.

"NSU" - Der Prozess # 15: Der Beginn der Beweisaufnahme - Richter Götzl überrascht die Beteiligten - Tatortbilder und die "NSU"-Videos werden gezeigt



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(tim schwarz) - Am gestrigen Montag, den 24.06.2013, dem 14. Verhandlungstag im Prozess um den "Nationalsozialistischen Untergrund", begann die Beweisaufnahme. Zeugen wurden gehört zum zweiten "NSU"-Mordanschlag am 13. Juni 2001, begangen an dem Schneider Abdurrahim Özüdogru in Nürnberg.

Zu Beginn stellte der Hamburger Rechtsanwalt der Nebenklage Thomas Bliwier den Antrag, im weiteren Verlauf des Prozesses neue Zeugen vorladen zu lassen. Einer davon solle der in Bielefeld inhaftierte Robin Sebastian* sein, der in Briefwechsel mit der Hauptangeklagten Beate Zschäpe stehe. Als die Verteidigung von Beate Zschäpe protestieren will, erklärt Bliwier, dass er überhaupt nicht an der Verlesung des Briefes interessiert ist, den die Angeklagte an Sebastian* geschrieben habe. Aber er werde das später erläutern, sagte der Anwalt, der den Vater des in Kassel ermordeten Halit Yozgat vertritt. Ein weiterer Zeuge soll, nach Bliwiers Willen, der Ex-Chef des "Thüringer Heimatschutzes", Tino Brandt sein. Er solle, so der Anwalt, als Zeuge vorgeladen werden, da er V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes war und bereits im März 1999 Angaben zum möglichen Aufenthaltsort des Terrortrios in Chemnitz gemacht haben soll.

Danach wird mit Polizist Karlheinz B. der erste Zeuge des Tages in den Zeugenstand gerufen. Er kam am 13. Juni 2001 um 21 Uhr 32 zuerst am Tatort an und sagte aus: "Ein Passant hatte gesehen, dass in der Schneiderei ein Mann liegt und blutet. Ich öffnete die Tür, es brannte Licht. Da saß ein Mann am Boden, angelehnt an eine hölzerne Tür. Er machte einen leblosen Eindruck. Ich fühlte und merkte, dass er schon ziemlich kalt war. Ich sah eine Schusswunde an der Schläfe." Danach wurden ausführlich Fotos des Tatorts gezeigt, auf denen die Leiche Abdurrahim Özüdogrus zu sehen ist mit vielen schrecklichen Details, teilweise wendeten sich die Zuschauer bei Bildern ab, die die erhebliche Blutmenge um die Leiche herum oder die Einschusswunden im Kopfbereich zeigen. Etwa um 11 Uhr 45 unterbrach der Vorsitzende Richter Martin Götzl dann die Verhandlung zur Mittagspause, offenbar auch deshalb, damit sich die Anwesenden von den Bildeindrücken erholen konnten.

Nach der Pause bekam noch einmal Anwalt Bliwier das Wort und begründete seine Anträge zur Zeugenvernehmung. Es bestünden Anhaltspunkte, führt Bliwier aus, dass "Herr Böhnhardt und Herr Mundlos im Jahr 2006 auf einem Konzert der rechten Band 'Oidoxie' u. a. mit dem Dortmunder Neonazi Robin Sebastian*, an den Frau Zschäpes Brief aus der Haft adressiert war, zusammengetroffen waren". Vor seiner Inhaftierung habe Sebastian*, so Bliwier, in Kontakt mit der Neonazi-Gruppe "Sturm 18" aus Kassel gestanden und dies offenbare möglicherweise enge Kontakte zwischen Neonazis aus Dortmund und Kassel, den Orten der beiden letzten "NSU"-Morde an Ausländern.

Es sei zudem zu ergründen, ob sich Beate Zschäpe und Robin Sebastian* bereits länger kennen würden, als zuvor angegeben, führte Bliwier aus und fügte an: "Es wird bewiesen werden, dass Frau Zschäpe nach wie vor Kontakt in die gewalttätige Neonazi-Szene hält". Richter Götzl fragte anschließend ob von Anwaltsseite aus Bedarf besteht, zum Bliwier-Antrag Stellung zu nehmen. Zschäpe-Verteidigerin Anja Sturm äußerte sich dann kurz zur beantragten Vorladung von Robin Sebastian*: Es sei ein "Schuss ins Blaue", denn der Akte nach habe sich nichts Tat- und Schuldrelevantes aus dem Kontakt ergeben und Gleiches sei auch aus seiner Vernehmung zu erwarten. Bliwier konterte darauf: Der Kontakt zu einem gewalttätigen Neonazi sei für die Schuldfrage von Belang, worauf ihn Beate Zschäpe böse angesehen haben soll.

Anlässlich einer kurzen Unterbrechung, in der ein neuer Zeuge aufgerufen wird, sagte Richter Martin Götzl unvermittelt: "Wir nutzen jetzt mal die Zeit und spielen mal das Video 'Paulchen Panther' ab." Damit überraschte er ganz offensichtlich die Angeklagten, wie auch deren Verteidiger, die kaum reagieren können, als das erste, noch unvollendete, "NSU"-Bekennervideo gezeigt wird. Links über die Angeklagten und rechts über die Nebenkläger wird es an die Wand geworfen, Musik der rechten Rockband "Noie Werte" ist zu hören, den rosaroten Panter sucht man vergeblich, dann sieht man plötzlich erneut den ermordeten Abdurrahim Özüdogru, einmal im Foto der Mörder, die den sterbenden Schneider fotografiert hatten, zynisch mit "Original" gekennzeichnet, und einmal in der für die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" nachgestellten Szene, die als "Fälschung" gekennzeichnet wird. Und "Özüdogru weiß jetzt, wie ernst es uns um den Erhalt der deutschen Rasse ist", heißt es im Bildtext, während der Sänger den Refrain des Liedes "Kraft für Deutschland“ grölt. Viele Zuschauer schüttelten dabei entsetzt den Kopf.

Montag, 24. Juni 2013

In eigener Sache: Die "Lichtstadt.News" lassen sich nicht von Herrn Arne Petrich unter Druck setzen!


Vor kurzem erreichte mich eine Forderung von Herrn Arne Petrich, der mir schrieb "...fordere ich Sie auf, den Beitrag voll Behauptungen und Verleumdungen gegenüber meiner Person sofort wieder vom Netz zu nehmen. (...) Sollten Sie dem nicht nachkommen, werde ich den Vorgang morgen einem Anwalt übergeben." 

Gemeint ist ein Artikel über Herrn Petrichs Verbindung zu einem Immobilienobjekt in Jena-Isserstedt, welches er einerseits als Geschäftsführer der Firma "JENAPLUS" betreut und bewirbt, zu dem von der Redaktion seines Internetportals "JENAPOLIS" aber auch ein kritischer Artikel über die Stadtverwaltung veröffentlicht wurde.

Auf Herrn Petrichs verlangen hin, habe ich mich dazu entschlossen, den von Herrn Petrich angesprochenen Artikel solange aus dem Netz zu nehmen, bis rechtlich geklärt ist, ob bzw. dass die "Lichtstadt.News" hierzu verpflichtet sind. Herr Petrich beanstandete auch frühere Artikel der "Lichtstadt.News" über "JENAPOLIS" und die dortigen Arbeitsmethoden, die man HIER, DORT, DA und AN DIESER STELLE nachlesen kann.

Lieber Herrn Petrich, Ihnen schreibe ich ganz offen: Beauftragen Sie Ihren Rechtsanwalt und lassen Sie ihn die Angelegenheit prüfen. Alle Dinge, die in den geschilderten Artikeln der "Lichtstadt.News" veröffentlicht wurden, entsprechen der Wahrheit, wurden von uns recherchiert und hierfür stehe ich mit meinem Namen ein, da es keine "Verleumdungen" oder ähnliches sind. Für einen möglichen Rechtsstreit stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Rainer Sauer, Jena

(verantwortlich im Sinne von § 6 MDStV für die "Lichtstadt.News")

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NACHTRAG VOM 01.07.2013:

Der von Herrn Petrich beanstandete Artikel war als Gegenstand einer rechtlichen Auseinandersetzung vom 24.06.2013 bis einschließlich zum 01.07.2013 nicht mehr öffentlich zugänglich.

Herr Petrichs Ansicht, dieser Artikel würde ihn persönlich verleumden, hat sich nicht bestätigt und auch er hat, trotz mehrfacher Bitte, uns die Gründe zu benennen, nach denen er sich verleumdet sah, keine solchen Gründe benannt.

Hierzu stelle ich fest: Die von Herrn Petrich erhobene Unterstellung ist falsch!

"Ein erfülltes Alltagsleben - auch im Alter": Das Seniorenwohnen "Am Villengang" der Diakonie Ostthüringen lädt heute alle Jenaerinnen und Jenaer zu einem "Tag der offenen Tür" ein!


(lsn / marion paulsen / do) - Leben im Alter ist für viele Menschen durchaus ein Thema, wird aber oft genug verdrängt oder man denkt darüber nur nach, wenn es um die Eltern geht und die Frage, was im Alter "das Beste" für Vater und Mutter ist.

Dabei kann man sich nicht früh genug Gedanken machen, was später einmal auf einen selbst zukommen könnte, wenn der Körper nicht mehr so mitspielt, wie man das selbst gerne möchte. Natürlich ist die heimische Wohnung oder das eigene Haus die Wunschlösung, wenn es um die Frage geht, wo man im Alter seine Zeit verbringen möchte. Dennoch ist es nicht verkehrt, wenn man auch "über den Tellerrand" hinaus schaut und einmal ein Seniorenwohnheim besucht.

Dazu bietet das Seniorenwohnen "Am Villengang" am heutigen Montag, den 24. Juni 2013, eine gute Gelegenheit und lädt alle interessierten Menschen zu einem "Tag der offenen Tür" ein, um das Leben und Wohnen von alten Menschen in Gemeinschaft zu zeigen. Jeweils um 10, um 14 und um 16 Uhr können Interessierte während einer Führung das Haus in der Sellierstraße 8 kennenlernen und sich über das Einrichtungskonzept informieren. Ein Kuchenbasar und Kaffee laden zum Verweilen in der Cafeteria oder im Garten der Sinne ein. Der kleine Trödelmarkt hält allerlei Überraschungen bereit.

Die Nachfrage nach Pflegeplätzen im Seniorenwohnen "Am Villengang" ist sehr groß, wie der Betreiber, die Diakonie Ostthüringen, mitgeteilt hat. Immer wieder kommen Interessierte mit verschiedenen Fragen in die Einrichtung. Teilweise suchen sie einen Pflegeplatz für ihre Angehörigen, teilweise kommen sie, um sich zu informieren. "Am Villengang" wohnen fast 90 alte, behinderte und pflegebedürftige Menschen. Sie werden liebevoll von Pflegefachkräften, Pflegekräften und Alltagsbegleiterinnen betreut. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, die Fähigkeiten und Kompetenzen alter Menschen zu erhalten und ein reges Alltagsleben zu führen.

"Bringt Sofas mit!" riefen Carola, Nadine und Katja und alle kamen! - "Sofatag 2013" auf der Ernst-Abbe-Platz war ein großer Erfolg


(lsn / marion paulsen) - Es war nicht der erste "Sofatag" auf dem Uni-Campus Ernst-Abbe-Platz, aber jedes Mal fragen sich die Organisatoren des Kulturreferats des Stura Jena (in diesem Jahr: Carola Wlodarski, Nadine Ziller und Katja Barthold) ob alles klappen wird, ob das Wetter mitspielt und vor allem, ob die Studierenden der Aufforderung "Bringt Sofas mit!" folgen werden, denn ohne Sofas gibt es natürlich keinen "Sofatag", wobei "Tag" etwa untertrieben ist, denn in diesem Jahr ging die Veranstaltung von Donnerstag bis zum gestrigen Sonntag.

Vier Tage lang waren alle eingeladen, ihr Sofa mit auf den Campus zu bringen und ein großes Gemeinschaftswohnzimmer aufzubauen. Der Eintritt war wie immer frei und das "Café Wagner" sorgte für lecker vegetarisches und veganes Essen und ganz viele Getränke. An jedem der vier Tage gab es verschiedene Veranstaltungen und Aktionen, Workshops, Filme, Diskussionen und viel mehr. "Eben Dinge, bei denen wir alle noch etwas lernen können, bevor dann abends Musik auf dem Stundenplan steht", sagte Nadine Zille bei der Vorstellung vor wenigen Wochen. Und alle drei Organisatorinnen des Kulturreferats waren jedenfalls froh, dass es "Sofa"-Festival in diesem Jahr ein Bombenwetter gab (von einem einzigen regenschauer einmal abgesehen), außerdem genug Sitzgelegenheiten und sich der Campus in einen großen Chill-Out- und Entspannungsraum verwandelte.

Wert legten Carola, Nadine und Katja jedoch darauf, dieses Jahr mehr als eine "coole Party" zu bieten. So stand das Festival unter dem Schwerpunktthema "Rassismus". Diskussionsrunden, Vorträge und die Ausstellung "Angst­räume" widmeten sich dem Thema. Teilweise doch recht schwere Kost flimmerte mit Filmmaterial verschiedener Protestaktionen, z.B. aus der Türkei, über die Leinwand. "Alles lief ohne Ton. Wir wollten, dass sich die Leute ihre eigenen Gedanken machen", sagte Katja Barthold der OTZ. Natürlich durften auch Musik und Tanz nicht fehlen. So wurde zum "Indie-Elektro Sofa", zum "Rap-Chanson-Sofa", zur "Fete de la Musique" auf dem Sofa und sogar zum "Eletromusik Sofa", alleine gespielt auf iPad und iPhone, eingeladen. Tagsüber gab es mit Skat, Theater, Film und offener Bühne Mitmach-Angebote. Selbst an eine Kinderbetreuung wurde gedacht.

Auf jeden Fall war das, was auf der "Ernst-Abbe-Platz" ablief ein voller Erfolg und ei Organisatori8nnen dankten anschließend genaz besonders den Geldgebern des "Sofatags" und zwar dem Kulturreferat des Stura, dem Studentenwerk Thüringen und dem Landesaktionsplan Thüringen.

Sonntag, 23. Juni 2013

"Was nicht passt wird passend gemacht" oder: Von der Kunst, Meinungen zu generieren und den eigentlichen Zweck zu verschweigen


(lsn) - Wir berichteten bereits vor einiger Zeit über "JENAPOLIS", dessen Redaktion auch schon mal einen kritischen Artikel über die Stadtentwicklung Jena "Unter dem Krippendorfer Wege" schreibt, weil diese einen Bebauungsplan ändert und so "den Wohnungsbau verhindert" (wie es im Artikel heißt) ... einen Wohnungsbau, den "JENAPOLIS"-Chef Arne Petrich als Geschäftsführer der Immobilienfirma "JENAPLUS" genau an dieser Stelle in Isserstedt braucht und sogar für seine Firma bewirbt.

Wichtige Fakten hatte man in diesem Artikel unter den Tisch fallen gelassen, ebenso wie den Hinweis auf ein Eigeninteresse des "JENAPOLIS"-Chefs. Generiert wurde ein "Aufreger", durch den viele Bürger wütend gegen die Stadtverwaltung gemacht wurden - schließlich ist es eines der vielen Themen von Petrichs Politikintitative "Bürger macht Jena", dass es in der Jenaer Bevölkerung ein (Zitat) "abgrundtiefes Mißtrauen" gegen die Verwaltung gibt und so, wie sie derzeit funktioniert, "auf unser Gemeinwesen zerstörerisch" wirke.

Und doch dürfen Informationen niemals Meinungen sein, besagt ein wichtiger Grundsatz der Pressearbeit, und Privatinteressen lassen sich ebensowenig mit einem unabhängigen Pressewesen verbinden. Ich weiß, dass es - sogar bei uns in de Redaktion - unterschiedliche Sichtweisen zu "Bürger macht Jena" gibt (was man an dem einen oder anderen positiven Artikel in den "Lichtstadt.News" nachlesen kann. Gut so, denn Herr Petrich ist dort nicht alleine tätig und die honorige Arbeit eines angesehenen Ortsteilbürgermeisters wie Siegfried Ferge steht außer Frage), jedoch: auch darüber, dass bei "JENAPOLIS" gelegentlich kritische Kommentare einfach und ohne triftigen Grund gelöscht werden, andere, die teilweise ehrverletzend sind, dafür nicht, hatten die "Lichtstadt.News" unter dem Titel "INSIDE JENAPOLIS" bereits berichtet.

Monate sind seither vergangen und Arne Petrich hat in dieser Zeit ein mächtiges Netzwerk von Bürgerinitiativen gebildet und will dadurch im nächsten Jahr in den Jenaer Stadtrat gewählt werden. Trotzdem werden auch weiterhin mit teilweise unrichtigen Behauptungen bei "JENAPOLIS" Meinungen gemacht. In den letzten Wochen klappte das z. B. mit den Themen "Hausbergviertel" sowie "Saale Hochwasser" und  zwar so:

1.) In einem Artikel konnte man lesen: "800.000 Euro Mehrkosten bei Erschließung des Hausbergviertels", doch im Text erfährt man, dass damit der Ausbau des "Burgwegs" (= Straßenerneuerung) gemeint ist und nicht "die Erschließung" (= Straßenneubau) des neuen Wohngebietes. Dass diese Straßenerneuerung mehr kostet, als vorgesehen ist ärgerlich bis fahrlässig - je nachdem, wie man das sehen will - aber: zum einen verteilen sich die Mehrkosten auf verschiedenste Straßen im Hausbergviertel und zum anderen ergeben sie sich auch aus Auflagen der Denkmalbehörde sowie höheren Kosten für Stützbauwerke.

Es geht hier also gar nicht "nur" um die Erschließung des Hausbergviertels, sondern vor allem darum, mit dem "Burgweg" eine historische Straße, die seit Jahrzehnten erneurungsbedürftig ist, auszubauen. Hierfür votierte der Stadtrat bereits letztes Jahr und am vergangenen Mittwoch nochmals mehrheitlich.

"Falsche Liebe aus dem Internet!": Die Kriminalpolizei Jena konnte die Erpressung eines 18-jährigen Jugendlichen verhindern

 

(lsn / polizei) - Die Kriminalpolizei konnte in dieser Woche die Erpressung eines 18-jährigen Jugendlichen aus Jena verhindern und am Ende aufklären.

Der junge Mann hatte im Internet ein 15-jähriges Mädchen kennengelernt und glaubte, mit ihr eine Fernbeziehung zu haben. Das Mädchen spielte die romantischen Gefühle allerdings nur vor, wie sich jetzt herausstellte, und versuchte den Mann zudem zu erpressen. Anfangs erbettelte sie sich von ihm mehrfach Geld, zuletzt täuschte sie ihm eine lebensbedohliche Notlage vor.

Sie sei, so teilte sie ihm vor wenigen Tagen unvermittelt mit, in der Gewalt von Menschenhändlern geraten, die für ihre Freiheit mehrere tausend Euro verlangen würden. Der 18-jhige mann aus Jena wollte ihr helfen, konnte jedoch nicht ahnen, dass einer der beiden vermeintlichen Menschenhändler in Wirklichkeit der tatsächliche Freund des Mädchens war. Man drohte ihm. dem Mädchen als auch ihm, Schlimmes anzutun, sollte er nicht zahlen. und das 18-jährige Mädchen spielte ihre Rolle souverän, ihren beiden Komplizen gelang es, den jungen Mann aus Jena massiv einzuschüchtern und am Ende bedrohten sie ihm sogar mit dem Tode.

Als sich das noch jugendliche Erpressertrio auf den Weg nach Jena machte, um abzukassieren, hatte der Geschädigte jedoch bereits die Polizei eingeschaltet. Jedoch wohl nicht, weil er dem Mädchen mißtraute, sondern, weil er wirklich Angst um ihr und sein Leben hatte. Noch bevor das Trio allerdings mit dem Opfer in Kontakt treten konnte, klickten bei allen dreien die Handschellen.

Dass die drei offenbar Ernst machen wollten und gewaltbereit waren, wird auch daran deutlich, dass einer der Verhafteten eine schussbereite Pistole im Hosenbund dabei hatte. In den folgenden Ermittlungen der Jenaer Kriminalpolizei waren dann alle drei Personen geständig. Zwei der Beschuldigten wurden unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen einen dritten wurde Untersuchungshaft angeordnet. Er befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.

Die zwei Männer und die junge Dame stammen aus Sachsen, sind 15 und 18 Jahre alt und trotz ihres noch jugendlichen Alters bereits mehrfach polizeibekannt. Möglicherweise hatten sie die Masche zuvor auch schon einmal ausprobiert. Die Ermittlungen dauern an.
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Bericht erstellt für "Lichtstadt.News" auf einem iPad

Samstag, 22. Juni 2013

"Längster Tag, kürzeste Nacht: Das muss nicht gut sein für die Haut!" - Experten der Hautklinik warnen: 500 Thüringer erkranken jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs


(lsn / ukj) - Gerade hatten wir die kürzeste Nacht und den längsten Tag des Jahres. Man geht gerne in die Sonne und möchte so seinem Körper mit der Wärme unseres Zentralgestirns etwas Gutes tun. Jedoch: UV-Strahlen durch die Sonne zählen zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren für das Entstehen von Hautkrebs. "Wenn dieser aber frühzeitig erkannt wird, können die meisten Patienten geheilt werden", so Dr. Steven Goetze (Foto), Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena / UKJ.

Seit Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf das so genannte "Hautkrebs-Screening". Wenn bei dieser Vorsorgeuntersuchung, die auch Allgemeinmediziner vornehmen können, Veränderungen der Haut auffallen, kommen die Patienten zu den Experten der Jenaer Hautklinik. "Wir haben in unserer Klinik beim malignen Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs, zwischen 70 und 90 Neuerkrankungen pro Jahr", so Dr. Goetze. In ganz Thüringen erkranken etwa 500 Menschen jedes Jahr neu daran. Nach den aktuellsten Zahlen des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer liegt das maligne Melanom bei Männern in Thüringen an neunter Position der häufigsten Krebserkrankungen, bei Frauen sogar an fünfter Stelle. Seit Einführung des Screenings ist die Zahl der diagnostizierten Fälle deutlich angestiegen, was jedoch daran liegt, dass der Hautkrebs in einem früheren Stadium erkannt wird.

"Dennoch ist die Tendenz steigend", so Dr. Goetze. "Wenn der Verdacht auf ein malignes Melanom besteht, bestellen wir die Patienten so schnell wie möglich ein“, so Dr. Goetze. Das Melanom wird komplett herausgeschnitten und feingeweblich untersucht. „Die Eindringtiefe in die Haut wird dabei ganz genau ausgemessen", sagte er. Beträgt sie weniger als zwei Millimeter, wird eine Nachoperation mit einem Zentimeter Sicherheitsabstand vorgenommen. Bei mehr als zwei Millimetern Tumordicke erfolgt die Nachoperation mit zwei Zentimetern Sicherheitsabstand. "Wir bieten unseren Patienten hier alles unter einem Dach - von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge, die beim Hautkrebs eine wichtige Rolle spielt", so Dr. Goetze. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist im Sommer richtiges Verhalten gefragt.

"Weitere Ehrung für Lothar König": Der Jenaer Jugendpfarrer ist Träger des 12. Jenaer Preises für Zivilcourage - Auch der "Charlotte-Figulla-Preis" wurde gestern im Rathaus verliehen


(lsn / kokont) - "Es ist gut, dass wir dich haben", sagte Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter in seiner gestrigen Laudatio zu Jugendpfarrer Lothar König (Foto), der als Träger des 12. Jenaer Preises für Zivilcourage ausgezeichnet wurde.

König habe sich nie angepasst, sei manchen eher als Bürgerschreck bekannt, der bärtige, sich ständig Zigaretten drehende Guru-Typ. Nur wenige würden ihn auch als Menschen kennen, als einen, der traurig ist, wenn er nicht helfen kann, der sich sehr über ein Lied freuen kann. "Ich habe Lothar König nie eskalierend gesehen, sondern immer als einen, der weite Wege geht, damit andere nicht zu weit gehen", sagte der OB uns spielte dabei auf den gerade in Dresden ablaufenden Prozess gegen König an.

Natürlich sei König ein Querdenken und ein Anstößiger, aber ein solcher gebe auch Anstöße, lege Finger in Wunden. Albrecht Schröter zählte einige Aktionen aus Lothar Königs Leben auf: das zerlegte Auto in der "Johannisstraße", die Papstfigur, die seinerzeit viel Protest erregte. Aber Lothar König sei auch der, der dazu beigetragen habe, dass der Widerstand gegen das so genannte "Braune Haus" stärker wurde. Bei ihm in der Jungen Gemeinde würden Jugendliche Zivilcourage lernen, sagte der Oberbürgermeister gestern. Und letztlich habe Lothar König auch einen nicht unbedeutenden Anteil daran, dass Jenaer sich aktiv den Neonazis entgegenstellen, ob in Jena, jedes jahr in Dresden oder kürzlich in Kahla und Gera. "Bereits seit Anfang der 90er Jahre hat er auf die Gefahren des Rechtsextremismus hingewiesen, Menschen dagegen mobilisiert und sich dabei auch selbst in Gefahr begeben", fasste es der OB zusammen.

Lothar König bedankte sich für die Preis und sagte, er könne das Geld für seinen derzeit in Dresden laufenden Prozess, wo ihm schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen wird, gut gebrauchen. Schon etwas gerührt sei er gewesen, sagte König, als er erfahren habe, dass es insgesamt fünfzehn Vorschläge für den diesjährigen Preis für Zivilcourage gab, die eingereicht wurden und gleich zwölf Einreicher schlugen Lothar König vor - ein Votum, dem sich die Jury anschloss.

"ALLE GLEICH?!" ist war das Motto für den nunmehr neunten Charlotte-Figulla-Preis, der auch am gestrigen Freitag im Historischen Rathaus verliehen wurde. Alle Menschen sind frei an Würde und Rechten geboren und vor dem Gesetz gleich. Das versprechen die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte und das Grundgesetz der Bundesrepublik. Doch was bedeutet dieser Grundsatz und wie sieht es in der Realität aus? Haben alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen? Wie schätzen junge Menschen die Situation weltweit und in Deutschland ein?

Preisträger waren dabei eine 7. Klasse des "Otto-Schott-Gymnasiums" und eine 8. Klasse der Kooperativen Gesamtschule "Adolf Reichwein".

Freitag, 21. Juni 2013

"NSU" - Der Prozess # 14: Verbaler Schlagabtausch zwischen Anwälten am 12. Verhandlungstag - Tag 13: Stieg Carsten Sch*ltz* wegen des ersten "NSU"-Mordes aus der Neonazi-Szene aus?



(tim schwarz) - Am Mittwoch, den 19.06.2013, dem 12. Prozesstag, kam es gleichzu Beginn zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen der Verteidigung Ralf Wohllebens und dem Fragen stellenden Nebenklägeranwalt Reinhard Schön.

Als der befragte Angeklagte Carsten Sch*ltz* immer wieder zu Fragen bezüglich Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben oder der Jenaer Bombenwerkstatt ausweicht oder sich nicht erinnern kann ("Ja, da war diese Demo, die ich zuerst in den Tagesthemen gesehen habe. Da stand ich fast neben Frau Zschäpe. Ich kann mich nicht daran erinnern.") fragt Schön entnervt, was Sch*ltz* überhaupt aus den Neonazi-Kreisen bekannt gewesen sei. Ohne wirklich ersichtlichen Grund fühlte sich Rechtsanwalt Olaf Klemke, Anwalt von Wohlleben, dadurch offenbar persönlich angegriffen und beanstandete die Formulierungen von Schön, drohte dem Anwalt sogar mit dem Satz "Ich kann Sie auch anzeigen!“

Überhaupt zeigte sich Carsten Sch*ltz* am 7. Tag im Zeugenstand mit teils erheblichen Erinnerungslücken. Der 33-Jährige weicht oft aus und gibt unpräzise Antworten. Nebenkläger-Anwalt Klee: "Was heißt bei Ihnen ideologischer Ausstieg? Was heißt, nicht mehr für mein Land in den Kampf ziehen? Wollten Sie in den Krieg ziehen?" Antwort: "Ich kann da keine genaue Definition nennen." Klee: "Aber Sie waren in einer politischen Partei und erklären uns hier allen Ernstes, dass Sie nicht einmal wussten, welcher Weltanschauung Sie versuchten, Vorschub zu leisten?“ Ex-NPD-Funktionär Sch*ltz*: "Wir haben das nicht klar abgesteckt, ich weiß nicht, ob da im Programm drin stand: 'Rückführung von Ausländern'."  Der Anwalt fragt und hakt nach: "Was verstanden Sie unter dem Begriff 'Rückführung von Ausländern'?" Carsten Sch*ltz*.: "Das kann ich selber nicht beantworten."

Und doch gelingt es Klee, dem Angeklagten erstmals ein offenes Schuldanerkenntnis zu entlocken. Ob er, fragt Klee, heute ein Gefühl der Verantwortung für die Taten von Böhnhardt und Mundlos empfinde? Sch*ltz*: "Ich fühle auf jeden Fall eine Verantwortung damit, wie ich mich damals schuldig gemacht habe - diese Waffe zu übergeben und Sachen wegzuschieben." Worauf Klee nachfragte: "Auch darauf, dass Sie es unterließen, Hinweise zur Festnahme zu geben?" Worauf der Angeklagte mit einem knappen "Ja" antwortete.

Am 13. Verhandlungstag am hgestrigen Donnerstag, den 20.06.2013, beendete das OLG München die Vernehmung des Angeklagten. Der 33-Jährige war der bislang einzige der fünf Angeklagten, der vor Gericht ausgesagt und Fragen beantwortet hat. Der Mitangeklagte Holger Gerlach hatte im Prozess um die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" / "NSU" lediglich eine Erklärung verlesen; die ebenfalls angeklagten André Em*ng*r und Ralf Wohleben haben, ebenso wie die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, erklärt, dass sie weder Fragen beantworten, noch Aussagen machen, noch Erklärungen verlesen werden.

"Lichtstadt.News Geburtstag": Was 2007 als Netzwerk begann und seit Juni 2010 Jena tagesaktuell mit Nachrichten versorgt, hat sich inzwischen in der Lichtstadt fest etabliert!


Im Mai 2007 gab es unsere ersten Nachrichten aus der Lichtstadt im Internet, doch heute genau vor drei Jahren startete ZONO Radio Jena unter dem Namen "Lichtstadt.Netz" sein tagesaktuelles Internet-Informationsportal zu und über Jena.

In der Lichtstadt wurde das "Lichtstadt.Netz" seither immer beliebter und für viele Menschen nahezu unverzichtbar, wenn man sich die Statistiken anschaut. 198.526 Zugriffe gab es im letzten halben Jahr, knapp 375.000 seit dem 21. Juni 2012; das sind - stetig steigend - inzwischen beinahe jeden Tag 1.000 Aufrufe, oft auch viel mehr, und somit gehören die "Lichtstadt.News" weiterhin zu dem "Top 3" der Nachrichtenseiten aus der Lichtstadt.

Auch in den vergangenen 12 Monaten gab es bei uns Tage, an denen die "Lichtstadt.News" weit mehr als 2.000 Zugriffe unterschiedlicher Nutzer pro Tag hatten. Gerade jüngst, beim großen Saale-Hochwasser war dies der Fall und regelmäßig zu unserer Berichterstattung über den "NSU"-Prozess oder die Taten der Rechts-Terroristen aus Jena.

Dabei sehen sich die "Lichtstadt.News" weder als Konkurrenz zu journalistischen Angeboten wie OTZ/TLZ-Online oder "Thüringen Reporter", noch als Medium, um Bürger für eine politische Idee zu gewinnen, wohl aber als Ergänzung des Jenaer Nachrichtenangebotes. Weiterhin werden wir dort berichten, wo es ein spezielles Interesse der Bevölkerung gibt, sei es aktuell im Falle des Jenaer Jugendpfarrers König oder allgemein, wenn es um die Taten des "NSU" geht. Und wir sehen es als eine unserer Aufgaben an, dort nachzuhaken, wo Bürger wider besseres Wissen fehlerhaft "informiert" werden, wo - aus welchen Gründen auch immer - wichtige Dinge verschwiegen werden oder Manipulationen der Wahrheit stattfinden.

Kommentare sind immer gerne gesehen, werden von uns aber in aller Regel nicht kommentiert. Unser fleißigster Kommentator, "Tobias N." (mit immer noch etwa 60 % aller Kommentare) hörte zwar eines Tages auf zu kommentieren, aber schon Tage begann unser zweit-fleißigsten Kommentator "Mike Zimmermann" (= etwa 28% aller Kommentare) seine Arbeit, der zu fast den gleichenThemen ähnliche Statements abgab und sich einbrachte. Wir finden aber, dass es nicht sein muss, dass zwei Personen fast 90% aller Kommentare bei den "Lichtstadt.News" schreiben und würden uns deshalb freuen, wenn sich hier zukünftig mehr Vielfalt etablieren könnte.

Unsere Redaktion, aktuell: Marion Paulsen, Dr. Lutz Mühlfriedel, Barbara Nowak (kleiner Gruß in die Kur im Schwazwald an dieser Stelle!), Bernd Herrmann, Anja Frühauf, Web-Layouter Thomas Möller und meine Wenigkeit (links können Sie sehen, wie ich nach "brennenden Themen" Ausschau halte), arbeitet nach wie vor ehrenamtlich und die "Lichtstadt.News" erscheinen auch weiterhin nahezu werbefrei. Wir wissen, dass Sie, liebe Leser, vor allem dies zu schätzen wissen.

Danke deshalb hier für Ihr Vertrauen und Interesse und natürlich viel Spaß auch in Zukunft mit unseren "Lichtstadt.News" zu Kultur, Themen, Menschen und Projekten aus der Lichtstadt Jena und ihren Ortsteilen - serviert von ZONO Radio Jena.

Rainer Sauer, Jena
den 21. Juni 2013 

Donnerstag, 20. Juni 2013

"MAXX Hotel in Lobeda schließt Ende 2013!": Altenpflege-Dienstleister LINIMED ist neuer Eigentümer des Hotels - "Steigenberger-Gruppe" verlässt das Gebäude


(lsn / steigerberger / otz) - Die "Steigenberger Hotel Gruppe" stellt zum Jahresende den Betrieb des bekannten "MAXX"-Hotel in Lobeda-West ein. Das gab heute ein "Steigenberger"-Sprecher bekannt.

"Wir bedauern, uns nach 20 Jahren von unserem Hotel in Jena zu verabschieden und danken unseren Mitarbeitern herzlich für ihren engagierten Einsatz", sagte Jörg Schiffmann, der innerhalb der "Steigenberger-Gruppe" für insgeamt 35 Geschäftshotels zuständig ist. Von der Schließung sind 23 fest angestellte Mitarbeiter sowie eine Reihe von Mini-Jobbern, die als Aushilfen arbeiten, betroffen.

Eröffnet wurde das im amerikanischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts gestaltete "MAXX"-Hotel im Jahre 1993; mit 220 Zimmern ist es zugleich das größte Hotel in der Lichtstadt, nachdem das (ebenfalls zur "Steigenberger-Gruppe" gehörende) Hotel "Esplanade" nach seinem Umbau auf 140 Zimmer verkleinert worden war.

Neuer Eigentümer der Immobilie ist der Altenpflege-Dienstleister und Hotel-Nachbar "LINIMED GmbH", von der "Steigenberger" das Gebäude gemietet hat Was LINIMED mit dem Hotel vor hat, ist bislang ­nicht öffentlich gemacht worden. Denkbar sei betreutes Wohnen für Senioren, ein Pflegeheim oder eine Kombination aus beidem, erklärte Anita Lüneburg gegenüber der Ostthüringer Zeitung, die bei LINIMED mit der Betreuung des Objektes betraut worden ist.

Seinen letzten prominenten Gast hatte das "MAXX" Hotel nach eigenem Bekunden Ende 2011 mit Udo Lindenberg, der damals vor rund 50.000 Besuchern in der Oberaue ein Konzert gegen Rechts gab. "Das war damals das best­gehütete Geheimnis der Stadt", sagte Hotel-Direktor Andreas Zeitler.

"Ein König vor Gericht (Teil 10)": Der 6. Prozesstag in der Übersicht - Staatsanwaltschaft bringt 200 Stunden Videomaterial ein - Lothar König beklagt sich darüber, dass zwanzig Minuten herausgeschnitten wurden


(lsn / junge gemeinde stadtmitte) - Jugendpfarrer Lothar König steht in Dresden vor Gericht, Hintergrund sind Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen Neonazis am 19. Februar 2011 in der Elbestadt. Es ist Donnerstag, der 20. Juni 2013, der 6. Verhandlungstag.

Kurz nach 9 Uhr wird der Prozess wieder eröffnet; wegen der brütenden Hitze im Gerichtsaal entscheidet der Richter Ulrich Stein, dass kein "Robenzwang" herrscht. Der erste Zeuge wird gehört, ein Polizeibeamte, der ursprünglich KFZ-Mechaniker war ubnd heute in Dresden Videomaterial sichtet. Er war mit zwei anderen Kollegen zuständig für die Videoauswertung der Ausnahmen vom 19. Februar 2011 unter dem Gesichtspunkt des Vorwurfs des Landfriedensbruchs gegen Lothar König.

Der Zeuge erklärte, dass er und seine Kollegen 200 bis 300 Stunden Video-Rohmaterial vom 19. Februar 2011 zur Verfügung hatten und daraus etwa 3 Stunden Material extrahiert hätten, welches heute in der Gerichtsakte zu finden ist. Die Verteidigung versucht zu erfahren, wieviel von den ca. gesamt 200 Stunden Polizei-Videomaterial für die Anklage zur Verfügung gestellt worden sind. Fraglich sei u.a., so Königs Rechtsanwalt Eisenberg, was "gefiltert" wurde und wer die Entscheidungen traf. Außerdem sei rätselhaft, warum es, trotz 300 Stunden Materials,  für die Tatziffer 1 (= "Schwerer Landfriedensbruch") von 8 Uhr 46 bis 9 Uhr 06 Uhr kein Videomaterial gäbe.

Richter Stein folgte anschließend der Intention von RA Eisenberg und erklärte, er möchte das gesamte Material und eine Zusammenstellung des, von der Polizei für relevant gehaltenen, Materials. Dieses Material sei zum nächsten Gerichtstag vorzulegen, da es den Verfahrensbeteiligten ermöglichst werden solle, das gesamte Material zu sichten.


Hintergrund per prüfung ist auch, dass es völlig unterschiedliche Angaben dazu gibt, welche Aussagekraft die Tonspuren der Videos haben und was Pfarrer König am 19. Februar 20111 tatsächlich gesagt haben soll. Hierzuerklärte der Zeuge vor Gericht, dass die Tonspuren nicht nachträglich bearbeitet worden seien. Was die auf den Videos handelnden Personen sagen, hätten Polizisten bei mehrfachem Anschauen und Anhören der Szenen zu verstehen versucht, erklärte der Polizist.

Später kam es zu einer Debatte zwischen Richter, Staatsanwaltschaft und Königs Verteidigung über die Rolle des Zeugen. Das Gericht merkte an, dass es sich bei diesem um einen Sachverständigen handeln würde, Verteidiger Eisenberg widersprach und wollte ihn statt dessen als Zeugen vernehmen. Zudem bezeichnete er es als unfair, dass ständig neues Material eingebracht wird und übte Kritik an dieser Gerichtspraxis. Danach wurde Lothar König das Wort erteilt.

Dieser verlangte u. a. das Video-Material des Zeugen speziell auf die angebliche Tatzeit von 8 Uhr 45 (= Eindringen in die sog. "Aufenthaltsverbotszone") bis 9 Uhr 07 (= Beginn der polizeilichen Aufnahmen, die im Prozess vorgelegt wurden) hin anzusehen, also den Zeitraum, der bislang in den Polzeivideos fehlt. Der Richter stimmt ihm zu, damit man später entscheiden könne, ob König in dieser Zeit deeskalierend gewirkt habe. Allerdings merkte Richter Ullrich Stein auch an, nicht nur die konkreten Tatvorwürfe würden bei der Urteilsfindung zu berücksichtigen sein, sondern auch das Verhalten Königs während des ganzen Tages, worauf Lothar König sagte: "Ich habe die Befürchtung, dass der Urteilsspruch schon feststeht."

Nach der Mittagspause wird das neu eingereichte Videomaterial unter Ausschluss der Öffentlichkeit von den Verfahrensbeteiligten gesichtet; wieviel und welches Material der 300 Stunden gezeigt wurde, ist nicht bekannt. Um 14 Uhr 15 wird dann der 6. Prozesstag mit dem EInlass der Öffentlichkeit fortgestezt. Zehzn Minuten später erklärt der Richter, dass der Prozesstag nun beendet werde. Weshalb die Zuschauer drei Stunden warten mussten, um dies zu erfahren, bleibt unklar. Allerdings kann man einen sichtlich erleichterten Lothar König sehen, als der Richter mitteilt, die Sichtung des Videomaterials am heutigen Tag habe (Zitat) "neue Blickwinkel eröffnet". In knapp zwei Wochen soll der Prozess fortgesetzt werden.

"Mehr Einwohner und auch bei den Steuern top!": Die Lichtstadt Jena bleibt "Leuchturm" unter den Thüringer Kommunen


(lsn / zensus / thüringenstatistik) - Das Ergebnis der Bevölkerungs- und Gebäudezählung "Zensus 2011" überraschte die Lichtstadt Jena ohne Vorwarnung: Entgegen dem Thüringen- und Deutschland-Trend hat die zweitgrößte Stadt im Freistaat mit jetzt 106.428 Bürgern ganze 965 mehr als es die bisherigen amtlichen Zahlen auswiesen. Thüringen hat dagegen 1,8 Prozent seiner Einwohner verloren, die Bundesrepublik Deutschland sogar 1,9 Prozent.

Hauptursache für den Jenaer Zuwachs ist der hohe Studentenanteil unter den Bürgern. Gerade in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen wurden deutlich mehr Einwohner gezählt, als bisher bekannt. Die Frauen bleiben mit 53.670 auch weiterhin leicht in der Mehrzahl; der Ausländeranteil liegt bei etwa 4 Prozent. Im Thüringenvergleich wurde so für Jena der höchste Zuwachs an Einwohnern gezählt.

Und auch beim Steueraufkommen bleibt die Doppel-Hochschulstadt an der Saale der Steuerkrösus unter den großen Thüringer Kommunen. Mit knapp 800 Euro je Einwohner distanzierte Jena seine "Verfolger", die Stadt Suhl (= 670 Euro je Einwohner) sowie den Ilm-Kreis, den Wartburgkreis und die Landeshauptstadt Erfurt (= alle fast gleichauf bei rund 640 Euro je Einwohner) klar.

Bei den absoluten Zahlen führt bezüglich der Steuereinnahmen allerdings Erfurt mit rund 132 Millionen Euro jährlich vor dem nur knapp halb so viele Einwohner zählenden Jena mit 84 Millionen Euro und den Gemeinden des Wartburgkreises mit zusammen 82 Millionen Euro. Das besonders stark schrumpfende Suhl mit seinen 38.000 Einwohnern kommt im Vergleich nur auf 25 Millionen Euro jährlich.

Wenn man Thüringen betrachtet gibt es beim Steueraufkommen natürlich auch die Schattenseiten. So verzeichnet der Kyffhäuserkreis, als Schlusslicht im Vergleich der Kommunen, lediglich 150 Euro Einnahmen pro Einwohner und auch die Gemeinden der Kreise Hildburghausen und Altenburger Land liegen ebenfalls noch weit unter 200 Euro jährlich pro Bürger.

Mittwoch, 19. Juni 2013

"NSU" - Der Prozess # 13: BILD nennt erstmals den vollen Namen des schwer verletzten Polizisten aus Heilbronn - Carsten Sch*ltz* bekennt sich schuldig und drückt den Opfern sein tiefes Mitgefühl aus



(tim schwarz) - Am 12. Prozesstag kam es gleich zu Beginn zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen der Verteidigung Ralf Wohllebens und dem Fragen stellenden Nebenklägeranwalt Reinhard Schön. Doch dann entwickelte sich der Tag wie kaum ein anderer.

Nachdem die BILD-Zeitung in ihrer Onlinne-Ausgabe erstmals Martin Arnold, den seinerzeit schwer verletzten Kollegen der ermordeten Polizistin Nicole Kiesewetter, mit vollem Namen nannte - der Grund war, dass sein Anwalt den Angeklagten Cartsen Sch*ltz* befragt hatte - zeigte sich Sch*ltz* am inzwischen bereits 7. Tag im Zeugenstand nach, teils erheblichen, Erinnerungslücken zu Beginn des Tages am Ende einsichtig.

Der 33-Jährige gab auf die Frage von Nebenkläger-Anwalt Klee, ob er heute ein Gefühl der Verantwortung für die Taten von Böhnhardt und Mundlos empfinde, eine klare Antwort und sagte: "Ich fühle auf jeden Fall eine Verantwortung damit, wie ich mich damals schuldig gemacht habe - diese Waffe zu übergeben und Sachen wegzuschieben." Worauf Klee nachfragte: "Auch darauf, dass Sie es unterließen, Hinweise zur Festnahme zu geben?" Worauf der Angeklagte mit einem knappen "Ja" antwortete.

Bevor dann die Anwälte der anderen Angeklagten Fragen an ihn stellen konnten, bat Sch*ltz* den Vorsitzenden Richter Götzl darum, etwas Wichtiges sagen zu dürfen. Dann wandte sich Carsten Sch*ltz* zur Bank der Nebenkläger und sagte: "Ich kann nicht ermessen, was Ihren Angehörigen für unglaubliches Leid und Unrecht angetan wurde. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie ich dafür empfinde. Da finde ich nicht die passenden Worte, was das in mir auslöst.“

Dann stockte der Angeklagte, während Beate Zschäpe regungslos, fast wie versteinert vor ihrem Laptop saß. Sch*ltz* nach einer kurzen Pause: "Ich bin mir absolut nicht sicher, ich denke, eine Entschuldigung wäre zu wenig … eine Entschuldigung klingt für mich wie ein Sorry und es ist vorbei. Aber es ist noch lange nicht vorbei. Ich wollte Ihnen mein tiefes Mitgefühl ausdrücken."

Morgen berichten wir ausführlich übern den 12. Tag im "NSU"-Prozess in München.

"NSU" - Der Prozess # 12: Fragen ohne Ende am 11. Verhandlungstag - Carsten Sch*ltz* äußert sich auch zur rechten Szene in Jena



(tim schwarz) - Vor Beginn des 11. Prozesstages am gestrigen Dienstag, den 18. Juni 2013, gab es eine Pressemitteilung der Rechtsanwälte Stolle und Scharmer (= vetreten Sohn und Tochter des ermordeten Mehmet Kubasik), in der es u. a. heißt: "Die Vernehmung von Carsten S. hat einige neue Aspekte zu Tage gefördert, die bisher noch nicht bekannt waren. Vor allem die Tatsache, dass Mundlos und Böhnhardt gegenüber ihm zu erkennen gegeben haben, dass sie bewaffnet sind, Banküberfälle und Sprengstoffanschläge begehen, wirft ein vollkommen neues Licht auf die Anfangszeit des NSU. Offensichtlich waren die Untergetauchten gar nicht so konspirativ in ihrem Vorgehen, wie bislang angenommen. Dies wirft natürlich auch Fragen bezüglich des Wissens der anderen UnterstützerInnen auf, vor allem aus Sachsen."

Am 11. Verhandlungstag hatten die Anwälte der Nebenkläger das Wort, was ein langwieriges Verfahren darstellt, denn insgesamt neun Anwälte vertreten z. B. die Familie des ermordeten Mehmet Kubasik. Den Anfang machten Fragen zum "Thüringer Heimatschutz" und zur NPD. Die Anwälte der Angehörigen des in Hamburg ermordeten Süleyman Taşköprü fragen Sch*ltz* zum Beispiel, ob er bzw. die Jenaer Nazi-Szene Verbindungen zu norddeutschen Neonazis gehabt hätten. Sch*ltz* antwortete, er kenne die Namen Thorsten H. und Christian W., außerdem wisse er vom Szene-Magazin "Hamburger Sturm". Verbindungen kenne er jedoch nicht, auch nicht was Wohlleben oder Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe angehe.

Eine Nachfrage in diesem Komplex bezog sich dann auf den heutigen NPD-Bundesvorsitzenden und früheren Junge Nationaldemokraten-Funtionär Holger Apfel. Apfel kenne er, sagte der Angeklagte, denn er war selbst zweimal auf Sitzungen der JN gewesen. Über Verbindungen "der Drei" zu Holger Apfel wisse er aber nichts. Es falle ihm aber schwer, sagte Sch*ltz*, die genauen Gesprächsinhalte bei JN-Sitzungen wiederzugeben: "Ich habe das nie wieder genutzt, das Wissen, deswegen fällt’s mir schwer, zu sagen, was da erzählt wurde“, sagte er. Bei den JN-Sitzungen hätten sie die Schulungspapiere manchmal einfach vorgelesen und die "Kiddies" hätten nur darauf gewartet, dass es zu Ende ist "und man zum gemütlichen Teil übergeht".

Über Jena befragt erklärte Sch*ltz*, einmal sei er von einem Jenaer Türsteher bedroht worden, dieser habe sich dann später aber bei ihm entschuldigt. "Da hatte sich wohl rumgesprochen, dass ich Leute kenne", fügte der Angeklagte an. Zur Bewaffnung in der Jenaer Rechtsradikalen-Szene angesprochen, sagte Sch*ltz*, dass er Teleskop-Schlagstöcke und Schreckschusswaffen gekannt habe. Weshalb er dann beim Auftrag, eine Waffe zu besorgen, schockiert gewesen sei, wollte Nebenklägeranwalt Wierig deshalb von ihm wissen. Sch*ltz* antwortete ihm, das sei ein Unterschied gewesen, da "die beiden Uwes und Frau Zschäpe" nichts mit seiner Lebenswelt in der Szene zu tun gehabt hätten, weil sie untergetaucht gewesen wären.

Dann folgten die Anwälte der Familie Kubasik. Rechtsanwältin von der Behrens befragt Sch*ltz* u. a. zu einem Mitangeklagten: "Vertrat Ralf Wohlleben Ihnen gegenüber rassistische Positionen?" Sch*ltz* antwortete ähnlich, wie an den vergangenen Sitzungstagen, und zwar, dass er keine konkrete Erinnerung mehr daran habe. Zumindest das wusste er noch: "Wir sangen Lieder und Ralf sang mit." Auf die Frage, ob er die Band "Eichenlaub" kenne, die das Untertauchen des "NSU"-Trios besungen hatte, nickte der Angeklagte.

"30 Jahre Jena - Lugoj!": Feststunde der Stadtrates zur Städtepartnerschaft ab 17 Uhr im Jenaer Rathaus


(lsn / rana) - Mit einem Festakt würdigt der Jenaer Stadtrat am heutigen Mittwoch, den 19. Juni 2013, ab 17 Uhr drei Jahrzehnte Städtepartnerschaft zwischen Jena und der rumänischen Stadt Lugoj.

Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter und Francisc Boldea, der Bürgermeister aus Lugoj, werden Ansprachen halten. Zudem gibt Jürgen Haschke,Vorstand des Logoj-Vereins, einen Rückblick auf die Geschichte der Städtepartnerschaft. Zum Abschluss des Festaktes trägt sich der Lugojer Bürgermeister ins Goldene Buch der Stadt Jena ein. Die Sondersitzung des Stadtrates ist bei JenaTV in Echtzeit zu sehen oder HIER bei Lichtstadt.TV.