Dienstag, 22. März 2011

"ATOMKRAFT? NEIN DANKE!": Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck liefern ihren Kunden ab April 2011 keinen Atomstrom mehr

Bundesweites Aufsehen erregt haben die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck mit der jetzt getroffenen Entscheidung, den BBezug von Atomkraftstrom auf Null zu setzten und im Gegenzug den Anteil von Strom aus regenerativen Energien zu erhöhen.

Bislang bestanden elf Prozent des von den Stadtwerken angebotenen Stromes aus atomar erzeugter Energie. Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Japan und der in der Bundesrepublik einsetzenden Atomstromwende, hatten sich die SWE-JP am 17. März 2011 entsprechende Angebote unterbreiten lassen und sich, nach einer Tagung der Geschäftsleitung, ein günstiges Angebot vertraglich zum 1. April 2011 gesichert.

Diees Angebot sieht vor, dass die bisher elf Prozent aus atomarer Energie durch Windenergie aus Dänemark und Wasserkraft aus Österreich ersetzt werden. Zusätzlich wird der Anteil von regenerativen Energien von derzeit 17 Prozent mehr als verdoppelt auf nun 35 Prozent, wobei im Jenaer Strommix der Anteil von Strom aus fossilen Brennstoffen (bisher über 70 Prozent) auf 58 Prozent gesenkt wird; weiterhin enthält er im übrigen auch Energie aus Wasserkraftwerken an der Saale. Somit erhalten alle Haushalte der Lichtstadt, die mit den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck verbandelt sind, ab April 2011 Energie, die komplett auf Atomkraft verzichtet.

Noch einmal in der Übersicht: Der neue Strommix aus Jena (der zudem nicht mehr kosten soll als bisher) hat zukünftig folgende Zusammensetzung...

a) 58 Prozent fossile Energie (hierbei kommen vier Prozent des Stroms aus Blockkraftwerken) / b) 25 Prozent Energie kommen aus Wasserkraft / c.) 17 Prozent sind regenerative Energie.

Wie "Jenapolis" berichtetet engagierien sich die Jenaer Stadtwerke seit zwanzig Jahren im Bereich Ökostrom. Dazu gehört das Biomassekraftwerk in Zwätzen und das Blockkraftwerk in Hermsdorf. Ende 2003 gründeten die Stadtwerke die “Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen“. Jenaer Stadtwerke-Kunden honorierten, die "Jenapolis" meldete, allerdings kaum den “grünen Strom” der Stadtwerke: Nur 0,5 Prozent entschieden sich für die Angebote von Jenatur Strom bzw. Energreen-Ökostrom.

Für die 70 000 Haushalte in Jena ändert sich ab dem 1. April 2011 also nichts, “Strom bleibt Strom”, so der Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Führböck. Die entstehenden Mehrkosten für den neuen Strommix tragen die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck aus den Erträgen bis 2012. Für die Zukunft der Energieversorgung in Jena stellen sich die Stadtwerke Energie einen Zuwachs an Windenergie vor. Jedoch komme perspektivisch der Klimaschutz vor dem Naturschutz, so ein Sprecher.

Das bedeutet, dass die Energieleitungen vor dem Thüringer Wald keinen Bogen machen werden, merkte Geschaftsführer Martin Führböck an. Die Übertragungswege für den Strom sind im Moment ein wesentliches Problem der Energieversorgung, denn Deutschland hat einen Energieüberschuss, der international angeboten wird. Nach Angaben der Geschäftsleitung der

Stadtwerke gab es durch die Ankündigung bereits gestern Anfragen von Neukunden. Übrgens: Der von Stadtwerken empfohlene, umweltbewusste Weg heißt "Stromsparen".


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